Die Philosophie des Satanismus

[…] Satanismus ist keine Teufelsverehrung, keine kriminelle Bewegung und befürwortet weder den Gebrauch von Drogen, noch Vandalismus oder gar Tierquälerei. Seine Grundlagen sind einfach, seine Realität anders als die meisten Menschen glauben und die Medien es darstellen, denn in beiden Fällen verhält es sich fast immer wie mit der Jungfrau und dem Sex.

Das offizielle Grundlagenwerk des Satanismus – Die Satanische Bibel – ist heute ebenso aktuell und vollständig, wie bei ihrem ersten Erscheinen im Jahre 1969. Sie muß weder überarbeitet, noch korrigiert werden, da sich die Grundlage des Satanismus – die wahre Natur des Menschen – nicht geändert hat.

[…] Die Religion des Satanismus wurde am 31. April 1966 c.e. von Anton Szandor LaVey in San Francisco, USA gegründet. Die Church of Satan ist „die erste organisierte Religion ihrer Art in der Geschichte der Welt“,  so LaVey, der auch Die Satanische Bibel schrieb. Er erkannte das Potential, welches seit Mitte des letzten Jahrhunderts durch die größere Bedeutung des Individuums und die Verlagerung menschlichen Bestrebens auf die Erreichung persönlicher Ziele einerseits, sowie die gesellschaftliche Säkularisierung durch den schwindenden Einfluß der Religion anderseits freigesetzt wurde. Gleichzeitig wurde ihm auch die Notwendigkeit und das Bedürfnis nach einer neuen Religion und Lebensphilosophie bewusst, die jedoch allen bisherigen Religionen entgegenstehen und auf das Leben im Hier und Jetzt, anstatt auf ein Jenseits ausgerichtet sein musste. In diesem Zuge verhalf er dem Prinzip Satans im Kontext der westlichen, christianisierten Kultur wieder zu seiner ursprünglichen Bedeutung als Widersacher und Ankläger zurück, allerdings nicht beschränkt auf den Gegenpol des Christengottes, sondern als dritter und neuer Aspekt, der sich nach der Befreiung aus der christlich-dualen Weltsicht eröffnete. Es sah Satan als Prinzip und Metapher, aber auch als die verborgene Kraft in der Natur, die eine ständige Veränderung bewirkt und den Menschen seit Beginn seiner Existenz dazu angetrieben hat, ständig Neues zu entwickeln und den Fortschritt voranzutreiben – The power that makes the world go round.

[…] Satanismus ist wahrscheinlich die am meisten gefürchtete, als auch die am häufigsten missverstandene der bekannten Religionen unserer Zeit. Die Menschen haben schon immer gefürchtet, was sie nicht verstehen, und im Falle des Satanismus kommen erschwerend sowohl lange Zeiten christlicher Propaganda (die bis heute andauert), als auch eine verzerrte und oberflächliche Darstellung der Thematik in den Massenmedien hinzu. Es ist gängige Praxis, das Schlagwort Satanismus mit allen in Verbindung zu bringen, was nicht so recht mit den immer noch christlichen indoktrinierten Denkschemata der meisten Menschen in Einklang zu bringen ist.

[…] Satanismus ist Religion, da die Elemente Dogma und Ritual grundlegende Bestandteile sind, aber die Satanischen Grundsätze sind keine Gebote eines externen Gottes, sonder inhärente Prinzipien in der Kernpersönlichkeit des Satanisten. Das Satanische Ritual dient nicht der Verehrung oder Anbetung eines externen Wesens und beinhaltet auch keine Opferungen, sondern wird zur Kompensation aufgestauter emotionaler Energien mittels eines Psychodramas genutzt, in welchem diese Energien freigesetzt und zur Erreichung persönlicher Ziele umgeleitet werden.

[…] In der Praxis des täglichen Lebens ist Satanismus aufgrund seiner Diesseitsorientierung jedoch mehr angewandte Philosophie und Lebenseinstellung, als Religion im orthodoxen Sinne. Der Satanist lebt und praktiziert seine Philosophie in allen Bereichen seines Lebens, einfach weil die Grundsätze Teil seiner Persönlichkeit und seines Selbstverständnisses sind.  

Aus dem Buch „Die Philosophie des Satanismus“, von L.P. Kronlob

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